Warum unser Kaffee am Mount Meru wächst – und was das für deine Tasse bedeutet

Warum unser Kaffee am Mount Meru wächst – und was das für deine Tasse bedeutet

Tansania ist nicht das erste Land, an das man denkt, wenn es um Spitzenkaffee geht. Äthiopien, Kolumbien, Kenia – die üblichen Verdächtigen dominieren die Specialty-Coffee-Szene. Dabei hat Tansania etwas, das nur wenige Kaffeeländer bieten können: eine Kombination aus vulkanischem Terroir, traditionellen Anbaumethoden und Bourbon-Varietäten, die in dieser Form fast nirgendwo anders existiert.

Genau hier setzen wir an.

Ein Vulkan, der Kaffee kann

Unsere Kaffees wachsen an den bewaldeten Hängen des Mount Meru im Norden Tansanias – dem fünftgrößten Berg Afrikas. Auf über 1.400 Metern Höhe sorgen vulkanische Böden, kühle Temperaturen und reichlich Niederschlag dafür, dass die Kaffeekirschen langsam und gleichmäßig reifen. Das Ergebnis: dichte Bohnen mit einer Aromenvielfalt, die schnell gewachsene Flachlandkaffees nicht erreichen.

Der vulkanische Boden am Mount Meru ist besonders mineralstoffreich. Er versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen, die sich direkt im Geschmack niederschlagen – als lebendige Säure, komplexe Süße und ein klares, sauberes Finish in der Tasse.

Dazu kommt die Anbauweise: Unsere Farmer kultivieren ihre Arabica-Pflanzen in Mischkulturen, gemeinsam mit Bananenstauden, Avocadobäumen und anderen Schattenpflanzen. Dieses System schützt die Kaffeepflanzen vor direkter Sonneneinstrahlung, fördert die Biodiversität und schafft ein Mikroklima, das die Aromenentwicklung begünstigt.

Die Menschen hinter dem Kaffee

Kaffee ist ein Beziehungsprodukt. Wir kaufen nicht auf dem Weltmarkt ein – wir arbeiten direkt mit zwei Kooperativen zusammen, die wir persönlich kennen und jährlich besuchen.

Nombeko Kooperative

Die Nombeko Kooperative ist ein Zusammenschluss aus 85 eigenständigen Kleinfarmern an den Hängen des Mount Meru. Gegründet wurde sie vor rund 15 Jahren von Gabriel L. Mafie und seinem Bruder Ombeni – heute unsere engsten Partner vor Ort.

Die Geschichte unserer Zusammenarbeit begann 2016, als Dominik bei einem medizinischen Entwicklungshilfeprojekt Gabriel bei einer Autofahrt kennenlernte. Gabriel erzählte von seiner Kooperative und seinen natürlich bewirtschafteten Plantagen. Als sein Auto kurz darauf im tiefen Sand steckenblieb und beide es gemeinsam ausgruben, war der Grundstein für eine Freundschaft gelegt, die bis heute trägt.

Der Nombeko Espresso überzeugt mit einem weichen Mundgefühl, schokoladigen Aromen, Mandelnuancen und fruchtigen Noten von Grapefruit und Blutorange im Abgang. Wer ihn lieber als Filterkaffee trinkt, findet ihn auch als Nombeko Filter in unserem Shop.

Aranga Specialty Coffee Group

Die Aranga Kooperative besteht aus 35 Farmern im Dorf Nkoaranga am westlichen Teil des Mount Meru. Sie sind überregional für ihre besonders ökologische Anbauweise bekannt – organisch zertifiziert und mit einem beeindruckenden Verständnis für natürliche Ökosysteme.

Einer unserer Hauptfarmer, Gidion Pallangyo, hat auf rund zwei Hektar ein einzigartiges Anbausystem geschaffen. Statt Pestizide einzusetzen, nutzt er natürliche Symbiosen: Gegen den Kaffeestammbohrer setzt er auf sogenannte Safari-Hunter-Ameisen, die die Larven des Schädlings fressen. Solche Methoden sind kein Marketing – sie sind gelebte Praxis, die wir bei unseren Besuchen direkt auf den Plantagen erleben.

Der Aranga Espresso bringt Noten von Schwarzer Johannisbeere, Vanille und floralen Akzenten in die Tasse – ein Kaffee, der sein Terroir schmecken lässt.

Was wir vor Ort konkret tun

Direkter Handel bedeutet für uns nicht nur, einen fairen Preis zu zahlen. Es bedeutet, vor Ort zu sein und an den Herausforderungen mitzuarbeiten.

Schulungsplantage für organischen Anbau

Gemeinsam mit einzelnen Farmern der Nombeko Kooperative bauen wir derzeit eine Schulungsplantage für organischen Anbau auf. Bei unseren Besuchen hat sich gezeigt, dass es vor allem an jungen, motivierten Farmern fehlt. Die nächste Generation wandert in die Städte ab, weil Kaffeeanbau zu oft mit Armut und Perspektivlosigkeit verbunden wird. Mit der Schulungsplantage wollen wir zeigen, dass nachhaltiger Spezialitätenkaffee eine wirtschaftliche Zukunft bieten kann.

Infrastruktur und Trinkwasser

Durch den Verkauf unserer Kaffees konnte bereits eine Brunnenanlage für die Trinkwassergewinnung der Kooperative finanziert werden. Das klingt nach einer kleinen Maßnahme – für die Farmer vor Ort macht es einen konkreten Unterschied im Alltag.

Von der Kirsche zur Tasse: Der Weg unserer Kaffees

Ernte und Aufbereitung

Alle unsere Kaffees werden von Hand gepflückt – ausschließlich reife Kirschen. Die Aufbereitung erfolgt direkt vor Ort nach der Washed-Methode: Die Kirschen werden entpulpt, fermentiert, gewaschen und auf erhöhten Betten getrocknet. Dieser kontrollierte Fermentierungsprozess ist einer der wichtigsten Schritte für die spätere Aromenentwicklung.

Verschiffung und Röstung

Nach der Aufbereitung werden die Bohnen sortenrein und direkt zu uns nach Deutschland verschifft. In unserer Rösterei in Essen rösten wir wöchentlich frisch auf einem Probat Trommelröster – mit individuell entwickelten Röstprofilen für jeden Kaffee.

Unser Ansatz: hell rösten, um die terroir-spezifischen Aromen zur Geltung zu bringen. Statt die Bohne mit dunklen Röstgraden zu überdecken, lassen wir den Charakter des Ursprungs sprechen. Das Ergebnis sind Kaffees mit komplexer Aromatik, lebendiger Säure und einem klaren, sauberen Finish – ganz ohne bitteren Nachgeschmack.

Qualitätskontrolle

Bevor ein Kaffee in den Versand geht, wird er in wöchentlichen Cuppings verkostet und bewertet. Alle unsere Rohkaffees erfüllen die Anforderungen der Specialty Coffee Association (SCA) mit einem Score von über 80 Punkten – das bedeutet: nur die oberen fünf Prozent der weltweiten Kaffeeernte schaffen es in unsere Rösterei.

Warum Tansania?

Tansania steht im Schatten seiner Nachbarn Äthiopien und Kenia – zu Unrecht. Das Land verfügt über hervorragende Anbaubedingungen, traditionelle Bourbon-Varietäten und engagierte Kleinfarmer, die mit der richtigen Unterstützung Weltklasse-Kaffees produzieren.

Was oft fehlt, sind verlässliche Handelspartner, die faire Preise zahlen und langfristig investieren. Genau das ist unser Ansatz. Seit 2017 importieren wir direkt, besuchen unsere Kooperativen jährlich und arbeiten gemeinsam an besserer Qualität – Schritt für Schritt, Ernte für Ernte.

„Kijamii" bedeutet „sozial" auf Swahili. Das ist kein Slogan, sondern die Beschreibung dessen, was wir jeden Tag tun.


Du willst unsere tansanischen Kaffees probieren? Stöber durch unser Sortiment – oder schau in einem unserer Cafés vorbei. Was in der Tasse landet, erzählt die Geschichte dieses Beitrags am besten.

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